Eine Vielzahl von Studien konnte bereits zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität ist bei der Parkinson-Krankheit positive Effekte auf den Krankheitsverlauf hat. Unklar ist jedoch, ob Bewegung auch die dopaminerge Neurodegeneration – also den Abbau der Nervenzellen – verlangsamt und ob eine solche Neuroprotektion die klinischen Effekte erklärt.
In einer aktuellen Studien wurde genauer dieser Fragestellung nachgegangen und untersucht inwiefern im zeitlichen Verlauf der Erkrankung körperliche Aktivität und eine Veränderungen der Dopamintransporter (DAT)-Verfügbarkeit sowie motorischen und kognitiven Funktionen zusammenhängt.
Was zeigen die Studienergebnisse?
- Eine höhere körperliche Aktivität war mit einem relevant langsameren Rückgang der DAT-Veränderungen in bestimmten Hirnregionen verbunden.
- Klinisch zeigte sich bei aktiveren Betroffenen eine langsamere Verschlechterung der parkinsonbedingten Bewegungsstörung
- Bei den Studienteilnehmern die sich mehr bewegten, zeigten sich besser Werte in verschiedenen kognitiven Tests.
Überraschenderweise ließ sich jedoch keiner der klinischen Effekte eindeutig durch eine Veränderung der Dopamintransporter erklären.
Die Autoren schließen daraus, dass der motorische und kognitive Nutzen körperlicher Aktivität wahrscheinlich überwiegend über andere Mechanismen zustande kommt. Diskutiert werden insbesondere nicht-dopaminerge Netzwerke im Gehirn und das Konzept einer durch Aktivität gestärkten motorischen Reserve.
Für die Praxis unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung regelmäßiger körperlicher Aktivität bei der Parkinson-Erkrankung!
