In dem aktuellen Beitrag mal ein Blick über den neurologischen Tellerrand.
Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke und führt häufig zu chronischen Schmerzen, Funktionseinbußen und kardiovaskulären Begleiterkrankungen. Die medikamentösen Strategien führen oftmals zu einer Linderung der Beschwerden, aber nicht unbedingt zu einer vollständigen Krankheitskontrolle. Von daher liegt es nahe sich mit dem Thema Prävention der rheumatoiden Arthritis zu beschäftigen. Eine Studie aus der UK-Biobank zeigt, dass zwei leicht veränderbare Lebensstilfaktoren – moderates Training und gesunder Schlaf – das RA-Risiko auch bei genetischer Belastung deutlich senken können. Für die Untersuchung wurden Daten (Schlafgewohnheiten, körperlicher Aktivität (PA) und Genetik) von über 360.000 Erwachsenen ausgewertet.
Die Auswertungen zeigten eindeutige Ergebnisse:
- ein „gesunder Schlafscore“ (Dauer 7–8 Stunden, keine häufige Schlafstörung, kein ausgeprägtes Schnarchen, geringe Tagesschläfrigkeit, Morgen-Chronotyp) verringerte das RA-Risiko um 21 Prozent.
- Für körperliche Aktivität ergab sich eine U-förmige Kurve: Am stärksten profitierten Personen mit moderater Aktivität. Eine hohe Trainingsintensität wird, genauso wie Bewegungsarmut, systemische Entzündungsvorgänge eher begünstigen.
- Wer sowohl gut schlief als auch moderat trainierte, reduzierte sein Erkrankungsrisiko sogar um 51 Prozent – unabhängig vom genetischen Risikoscore
Auch andere Studien konnten zeigen, dass eine Lebensstilanpassung zur Prävention der rheumatoiden Arthritis effektiv ist. Folgende Faktoren können das Risiko reduzieren:
– Nichtrauchen
– Normalgewicht
– regelmäßiger Sport
– Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren, Obst, Gemüse, wenig rotem Fleisch
– mäßiger Alkoholkonsum
