Chronische Rückenschmerzen sind eines der häufigsten Schmerzsyndrome in Deutschland und Europa. Die Ursachen für die Chronifizierung sind immer noch nicht endgültig geklärt. In einer MRT-basierten Studie wurden die Daten von über 28.000 Probanden hinsichtlich der Muskelzusammensetzung der Rückenmuskulatur ausgewertet. Es wurden mit Hilfe von KI die fettfreie Muskelmasse (Lean Muscle Mass/LMM) und der Anteil von inter- sowie intramuskulärem Fettgewebe (InterMAT) bestimmt.
Dabei stellte sich heraus, dass ein höherer Anteil von Fettgewebe in der Muskulatur mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für chronische Rückenschmerzen verbunden ist, und zwar unabhängig von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Körpergewicht und weiteren Parametern. Umgekehrt zeigte eine höherer Anteil von fettfreier Muskelmasse relevant protektive Effekte.
Auch die Rolle körperlicher Aktivität fiel in der Studienauswertung auf: Die niedrigste Häufigkeit chronischer Rückenschmerzen (CBP) fand sich bei moderatem Trainingsniveau, das sich im Rahmen der WHO-Empfehlung von 150 moderaten bis intensiven Wochenminuten bewegte. Sowohl Bewegungsmangel als auch extrem hohe Aktivitätslevel erhöhten hingegen die CBP-Häufigkeit, was Hinweise auf eine U-förmige Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt.
Die Studienergebnisse sprechen dafür, dass eine Veränderung der Muskelzusammensetzung – zum Beispiel durch gezielte Trainingsansätze – das Risiko für chronische Rückenschmerzen reduzieren könnte.
