Seit mehreren Jahren wird der Zusammenhang zwischen Vitamin D und der Multiplen Sklerose beobachtet und in Studien genauer untersucht. Es gibt Hinweise, dass ein zu niedriger Vitamin-D-Spiegel, eher mit einem ungünstigeren Verlauf verbunden sein könnte. Von daher gehen die Empfehlungen in die Richtiung, dass der Vitamin-D-Spiegel bei Zeichen eines Mangels normalisiert werden sollte. Dafür reichen oftmals schon 10.000 Einheiten Vitamin D in der Woche aus.

Da Vitamin D vom Körper durch Sonneneinstrahlung auf die Haut produziert wird, sollte vor allem auch in der aktuellen Jahreszeit der Aufenthalt im Freien so häufig wie möglich genutzt werden. 

Es gibt eine aktuelle Veröffentlichung im der Zeitschrift Swiss Med Forum in der von einer bedrohlichen Vitamin-D-Überdosierung bei einem MS-Patienten berichtet wird. Der Patient hat über mehrere Monate täglich 100.000 Einheiten Vitamin D eingenommen und musste wegen einer akuten Nierenschwäche und Stoffwechselstörungen stationär behandelt werden. 

Der Patient hat sich an das sogenannte Coimbra-Protokoll gehalten, welches eine hochdosierte Vitamin-D-Therapie bei MS empfiehlt. Bisher gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege eines therapeutischen Nutzens, so dass die Therapie auch kritisch gesehen werden muss.

Falls Vitamin D in hohen Dosierung eingenommen werden sollte, ist eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion und verschiedener Stoffwechselwerte (Elektrolyte) unbedingt erforderlich. Es muss zudem auf Zeichen einer möglichen Vitamin-D-Überdosierung geachtet werden (siehe Tabelle).

 

 Zeichen der akuten Vitamin-D-Intoxikation
  •  Verwirrtheit
  • Polyurie (sehr häufiges Wasserlassen)
  • Polydipsie (hohe Flüssigkeitszufuhr mehr als 4 Liter / Tag, starkes Durstgefühl)
  • Appetitlosigkeit
  • Verstopfung
  • Muskelschwäche
  • Herzrhythmusstörungen
  • Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)