Die Multiple Sklerose ist in den ersten Jahren bei den meisten Betroffenen vor allem von wiederkehrenden Entzündungsschüben geprägt. Im Laufe der Zeit nehmen die Entzündungsschübe eher ab und es kommt zu Um- und Abbauprozessen im Nervensystem - man spricht dann von einer Neurodegeneration. Seit vielen Jahren wird nach einer medikamentösen Therapie gesucht, die diesen neurodegenerativen Prozeß bei der sekundär-progredienten Multiplen Sklerose aufhalten kann. Leider zeigt auch eine aktuelle Studie (Lancet Neurology) bei der drei unterschiedliche Wirkstoffe (Amilorid, Fluoxetin und Riluzol) jeweils gegen Plazebo (= unwirksame Substanz) untersucht wurden, keinen positiven Effekt auf den Verlauf der Erkrankung. 

Erwartet wird die Zulassung von Siponimod (Handelsname Mayzent) in Europa, welches bereits in den USA eine Zulassung für die Behandlung der sekundär-progredienten MS-Form bekommen hat. Diese Substanz verhindert, dass Lymphozyten (= Immunzellen) aus dem Lymphknoten auswandern und im Körper Entzündungen verursachen. Wann die Zulassung in Deutschland erfolgt, ist derzeit noch nicht eindeutig geklärt. 

Auch wenn die medikamentöse Therapie derzeit nicht zufriedenstellend ist, weiß man, dass sich eine aktiver Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, moderaten sportlichen Aktivitäten und kognitiven Training, positiv auf den Verlauf der MS und mögliche Körpersymptome (Fatigue, Spastik, Schmerzen) auswirken kann. 

Lassen Sie sich von der MS nicht "unterkriegen"! Werden Sie körperlich und geistig aktiv, denken aber auch an ausreichende Erholungsphasen.

Wie heißt es so schön in der Werbung eines bekannten Sportartikelherstellers: "JUST DO IT" ...